Vorwort: Das Familienarchiv von Massow umfasst ausschließlich die Nachlässe der Linie Haus Röhr-Steinhöfel. Zu den folgenden Personen liegen jeweils kleinere Teilbestände vor:
- Valentin von Massow (1712-1775, A 112 [vgl. Ordnungsnummern der männlichen Familienangehörigen bei W. v. Massow: Die Massows]), während des Siebenjährigen Krieges Präsident der Truppenverpflegung unter Prinz Ferdinand von Braunschweig, anschließend wirklicher Geheimer Etats- und Kriegsminister in Berlin.
- Seine Ehefrau Johanna Friderike, geborene von Krause (1726-1813). Ihr Nachlass ist von geringem Umfang und umfasst hauptsächlich Familienkorrespondenz.
- Deren zweiter Sohn, Valentin von Massow (1752-1817, A 127) war ab 1792 Hofmarschall des Kronprinzen Friedrich Wilhelm (III.) und später Obermarschall von Preußen.
- Seine Ehefrau Charlotte, geborene von Blumenthal (1766-1835) und ihre Eltern Joachim Christian von Blumenthal (1720-1800), Minister beim Preußischen Generaldirektorium und dessen zweite Ehefrau Louise Wilhelmina von Blumenthal, geborene von Polentz (1740-1792).
- Deren erster Sohn Valentin von Massow (1793-1854, A 129), der 1812 in Spanien unter Wellington gedient hatte, daher bis 1818 als Verbindungsoffizier zwischen Blücher und Wellington fungierte und schließlich zum Generalleutnant ernannt wurde. Sein Nachlass beinhaltet etliche seiner Berichte, u.a. aus Paris an Kriegsminister Hermann von Boyen.
- Deren zweiter Sohn Ludwig von Massow (1794-1859, A 130), Hofmarschall des Kronprinzen Friedrich Wilhelm (IV.) und später königlicher Staats- und Hausminister.
Hinzu kommen Briefwechsel und Vorarbeiten im Zusammenhang der Publikation Wilhelm [Franz Phillip] von Massows (1855-1928) in Halle an der Saale zur Familiengeschichte.
Das Familienarchiv lag auf dem Familienstammsitz Gut Steinhöfel, bis dieses von der Familie verkauft wurde. Daraufhin bot es der "Landrat a.D. von Massow" in Potsdam im Jahr 1933 dem damaligen Preußischen Geheimen Staatsarchiv als Depositum an (vgl. C 4/1 - VI HA Familienarchiv von Massow und I. HA Rep. 178 Generaldirektion der Staatsarchive, Nr. 1077). Im Jahresbericht der Generaldirektion der Staatsarchive für das Jahr 1933 (I. HA Rep. 178, Nr. 1900) oder auch in den Akten zu Deponierungen (I. HA Rep. 178 B, Nr. 569, 570 [Blattverlust] u. 571) ist die Akzession nicht überliefert. Lediglich ein Vermerk im Findbuch von 1933 verrät, dass damals die "Benutzung nur mit Genehmigung der Familie" gestattet war und, dass sich weiteres "Material im Besitz von Prof. v. Massow (Altes Museum)" befände. Dass es sich bei dem vorliegenden Bestand tatsächlich nur um einen Teil des Familienarchivs handelt, lässt sich auch aus den [vorarchivischen] Altsignaturen ersehen. Während der Zeit der deutschen Teilung wurde das Familienarchiv von Massow gemeinsam mit einem Großteil der geflüchteten Bestände, Nachlässe und Sammlungen des Geheimen Staatsarchivs im Zentralarchiv der DDR, Abteilung Merseburg, aufbewahrt und anschließend, 1993 wieder an das GStA PK in Dahlem zurückgeführt. Einige ältere Bestandteile des Familienarchivs befinden sich noch heute im Besitz der Familie.
Die 1933 gebildete Ordnung ist weitgehend beibehalten worden. Nur die erste Akte (Nr. 1) wurde in 5 Bände aufgeteilt, welche auch zufolge der Altsignaturen eigenständige Verzeichnungseinheiten darstellen. Aktentitel und Inhaltsvermerke des bisherigen Findbuchs (Rep. 92 Fam. v. Massow) wurden präzisiert und ergänzt.
Literatur: Wilhelm von Massow: Die Massows: Geschichte einer pommerschen Adelsfamilie, Halle (Saale) 1931, insbes. S. 220-264. Stefan Hartmann: "Massow, von", in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 361.
Umfang: 28 VE/ 0,4 lfm Der Bestand lagert im Magazin im Westhaften.
Der Nachlass ist zu zitieren: GStA PK, VI. HA Familienarchive und Nachlässe, FA Massow, von, Nr.
Der Nachlass ist zu bestellen: VI. HA, FA Massow, Nr.
Letzte vergebene Nr.: 24
Berlin, im Juni 2020 Elisabeth Heigl (Archivreferendarin) |